Informations- und Orientierungssystem der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen

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Die Idee – der springende Punkt
Der Punkt, ein Zeichen – der Kreis, eine Grenze – die Fläche, ein Ort!
Der Punkt ist Ziel-, Ausgangs-, Orientierungs- und Informationspunkt. Der Punkt wird von der eindimen-sionalen Koordinate über die zweidimensionale Fläche zum dreidimensionalen Körper. Die Proportionen des Körpers variieren nach ihrer Bedeutung. Sie sind nur so hoch, dass das Sichtfeld des Besuchers nicht gestört und der weite Blick unbeeinträchtigt bleibt.

Die Informationsmenge beschränkt sich auf Wesentliches, wie Standort, Übersicht und kurze Information. Weiterführende und vertiefende Informationen werden über Broschüren, Smart-Phone-Applikationen (APPs) und Audio-Guides vermittelt. Die Sehenswürdigkeiten sind mit entsprechenden Nummern gekennzeichnet und Informationen können per Mobil-Telefon bzw. Smart-Phone abgerufen werden.

Der Mensch im Mittelpunkt
Um den Besucher zur Nutzung anzuregen, entspricht die Höhe der Orientierungspunkte einem Sitzmöbel. Sie werden so zu Ruhe-, Treff- und Kommunikationspunkten. Es entsteht eine Kombination der Funktionen — ein Mehrwert.

Ältere Besucher können sich darauf ausruhen, Kinder spielerisch die Orientierung erfahren, Parkführer können anschaulich das Gelände erklären, während ihre Gruppe einen Kreis um den Orientierungspunkt bildet. Durch die „liegende Anordnung“ des Lageplans (wie eine Karte auf einem großen Stein), entspricht die abgebildete Situation in ihrer Ausrichtung  der tatsächlichen Sichtweise des Betrachters. Plandarstellung und Standort sind somit deckungsgleich. Der Besucher ist jetzt ohne weitere Beschilderung in der Lage, seinen eigenen Weg zu wählen.

Prinzipien des Orientierungssystems
– klare Orientierung
– geringe Beeinträchtigung des Geländes durch die Beschilderung
– flanieren, nicht führen
– Nutzen von bestehenden Trägerebenen,
– Formensprache aus Punkt, Kreis und Kreisfläche

 

 

 

 

Orientierungspunkt:

Auszug aus der Preisgerichtsbeurteilung
„Das vorgeschlagene Informations- und Orientierungssystem basiert auf der klaren Formensprache – entwickelt aus einem Punkt, Kreis bis hin in die dritte Dimension eines Zylinders. Die in sich geschlossene kreisrunde Form der Elemente fügt sich harmonisch in den historischen Kontext der Schlösser, Burgen und Gärten ein. In der Reduzierung der gestalterischen und formalen Elemente auf die Grundform des Kreises eröffnet sich die Möglichkeit der Anwendbarkeit auf alle Liegenschaften der SBG. Das gezeigte System besteht aus einem Repertoire verschiedener Elemente, die den einzelnen Objekten angemessen zusammengestellt werden können. Sie funktionieren sowohl als Einzelelement als auch als Gruppe. Die Dimensionierung der Elemente ist so gewählt, dass eine eindeutige Erkennbarkeit und Information gewährleistet wird, und der Blick auf die Objekte nicht verstellt wird. Typografie und Piktografie sind systemisch angewandt. Die Hierarchie der Informationspunkte vom Kennzeichnungspunkt über Informationspunkt, Informationsplakette, Serviceplakette bis hin zur Zielbestätigung erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Die Kreisform zwingt zur Reduzierung der Information auf das Wesentliche und wird positiv bewertet. Die Werkstoffe Betonwerkstein in Kombination mit Stahl lassen eine serienmäßige Fertigung und damit eine überschaubare Wirtschaftlichkeit zu. Innovation und Originalität zeigen sich bei der Arbeit in einem Vorschlag, der langfristig und zeitüberdauernd trägt.“

Kennzeichnungsbeispiele:

Ergänzende Medien
Audio- und Smart-Guides; mit Mobiltelefon abrufbar:

Weiter Möglich
Temporär installierte Baumringe